Verdacht auf Leerkündigung? Jetzt melden!
Anzeichen und Handlungsoptionen
Wenn ein Haus totalsaniert oder abgebrochen und neu gebaut werden soll, wird in der Regel allen Mieter*innen gekündigt und das Haus leergeräumt. Das nennt sich “Leerkündigung”. Davon sind je länger je mehr Mieter*innen betroffen, obwohl das in vielen Fällen gar nicht notwendig wäre. Liegenschaften könnten auch sanft saniert werden, sodass Mieter*innen während der Umbauarbeiten bleiben können, oder Vermieter*innen könnten Alternativlösungen für ihre Mieter*innen suchen als Überbrückung, und sie danach wieder in ihre alte Wohnung zurückkehren lassen. Oft wären solche Lösungen nicht nur sozialverträglicher sondern auch ökologisch sinnvoller. Es lohnt sich also auf verschiedenen Ebenen, sich gegen Leerkündigung zu wehren.
Mögliche Anzeichen für eine baldige Kündigung:
- Das Haus oder die Wohnung bräuchte eigentlich dringend ein wenig Auffrischung, aber dein*e Vermieter*in macht nichts.
- Wenn deine Waschmaschine kaputt ist, kriegst du nicht eine neue, sondern die aus der gerade leerstehenden Wohnung nebenan.
- Eine freie Wohnung im Haus wird nicht mehr oder nur noch befristet vermietet.
- Dein*e Vermieter*in möchte die Wohnung sehen.
- Gruppen von Menschen sehen sich die Liegenschaft an. Von innen und aussen, von oben und unten. Mehrmals. Machen Fotos, oder Notizen auf einem Klemmbrett. Dabei könnte es sich um Architekt*innen oder Kaufinteressent*innen handeln.
- google einfach mal deine Adresse. So erfährt man oft schon einiges: Fragwürdige Vermietungen im eigenen Haus, geplante Bauvorhaben und ähnliches...
- rede mit deinen Nachbar*innen. Vielleicht wissen sie mehr, oder machen ähnliche Beobachtungen oder Erfahrungen?
- hör dich bei Architekt*innen oder Planer*innen in deinem Freundes- und Bekanntenkreis um. Die wissen oft, wo ein Umbau oder ein Projekt ausgeschrieben ist.
- behalte die Mitteilungen im städtischen Amtsblatt online oder als Teil des «Tagblatts der Stadt Zürich» (immer am Mittwoch gratis im Briefkasten) beziehungsweise im kantonalen Amtsblatt im Auge. Dort werden Bauprojekte ausgeschrieben.
- tu dich mit anderen Mieter*innen zusammen, um Informationen zusammenzutragen und euch zu wehren. Organisiert euch!
- und falls ihr als Gruppe bereit seid, euch zu wehren und dabei Unterstützung braucht, dann meldet euren Verdacht beim Mieterinnen- und Mieterverband Zürich!
Der MV Zürich und wir von der Urban Equipe haben ein Kooperationsprojekt gestartet, um gemeinsam mit betroffenen Mieter*innen gegen Leerkündigungen vorzugehen.
>> Hier geht's zum Meldeformular.
Du bist nicht betroffen, aber willst das Engagement gegen Leerkündigungen unterstützen?
Zusammen mit dem Mieterinnen- und Mieterverband Zürich sammeln wir Spenden, um gegen Leerkündigungen vorzugehen. In den kommenden Monaten haben wir Folgendes vor:
Gemeinsam zeigen wir Betroffenen, wie sie sich für ihre Rechte einsetzen können und unterstützen sie dabei. Die dabei gesammelten Erfahrungen dokumentieren und veröffentlichen wir, um auch zukünftigen Betroffenen Handlungsoptionen an die Hand zu geben.
Möchtest du uns mit Wissen, Kontakten, Zeit oder irgendwas anderem unterstützen?
Falls du selbst Erfahrungen mit einer Leerkündigungen gemacht hast, und vielleicht noch gute Tipps hast, die uns oder anderen dabei helfen könnten, sich zu wehren, dann melde dich sehr gerne bei uns.