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Kollab-Karussell: Next-Nextzürich

  • Praxisbeispiel | Umsetzung
erstellt: 21.01.20 / aktualisiert: 25.10.21

Um gemeinsam neue Projekte zu entwickeln und interessierte Mitspieler*innen zum Mitmachen einzuladen, hat Nextzürich ein Andock-Karussell veranstaltet. Dabei wollte der Verein herausfinden, wer oder was die Zukunft des Vereins Nextzürich ist, quasi "Next-Nextzürich". In diesem Umsetzungsbeispiel teilen wir ihre Herangehensweise sowie ihre Erkenntnisse mit euch.

Auf einen Blick

Was: Ein Karussell zum Thema Vereinszukunft
Wer:
Der Verein Nextzürich
Wann:
23. Februar 2019
Wo:
ZAZ-Bellerive, Zürich

impressionen | CC BY 4.0 Nextzürich1/4

Ausgangslage

Nextzürich steht regelmässig vor der Frage, wie man als etablierter Verein offen und zugänglich bleiben kann für neue Mitspieler*innen, die sich gerne einbringen würden. Denn diesen fällt der Einstieg in bereits laufende Projekte oft schwer oder sie sind eingeschüchtert von der vermeintlichen Geschlossenheit der Gruppe.

Ziel

Neue Ideen, Projekte und Vorhaben des Vereins aushecken und weiterentwickeln und dabei neuen, interessierten Mitspieler*innen einen einfach zugänglichen Einstieg in die Gruppe ermöglichen.

Herangehensweise

Einladend / offen

Zum Next-Nextzürich-Karussell wurden nicht nur alle bestehenden Vereinsmitglieder, sondern auch interessierte Personen aus dem Umfeld eingeladen. Darüber hinaus wurde über Social Media zum unverbindlichen Vorbeikommen und Mitmachen aufgefordert. Nextzürich achtete dabei bewusst darauf, diesen Event als "Andockstelle" für frische Mitglieder zu kommunizieren.

Auf Augenhöhe

Die Karussell-Methode wurde gewählt, um eine Gleichwertigkeit zwischen allen Teilnehmenden und allen Projektideen herzustellen. Jede*r konnte Ideen pitchen und bei genügend Interesse eine Projektgruppe eröffnen. Obwohl bestehende Gruppen im Vorfeld gebeten wurden, einen kurzen Pitch zu ihren aktuellen oder angedachten Projekten vorzubereiten, konnten alle Anwesenden auch neue Ideen und Projektvorschläge einbringen. In der Einladung wurde entsprechend kommuniziert, dass neue Ideen und Projekte an das Karussell mitgebracht werden konnten. Was schliesslich besprochen wurde, hing vom Interesse der Teilnehmenden ab und nicht vom Projektstatus.

>> Tipp: Um die Hemmschwelle des Ideen-Pitchens zu senken, haben die Moderator*innen ein Spass-Pitch über eine schwimmende Beteiligungsplattform vorbereitet und den Karussell-Prozess damit einfach und beispielhaft erklärt.

Aktivierend

Das Karussell sollte es neuen Gesichtern sowie alten Hasen gleichermassen ermöglichen, in Projekten aktiv zu werden. Neben dem aktiven Einbringen eigener Ideen konnte man sich auch spannenden Projekten anschliessen. Den Gruppen wurde die Aufgabe mitgegeben, am Ende der Runde das Projekt, das Projektteam sowie die nächsten Schritte in Form von konkreten To Dos vorzustellen. So konnte sich jede*r – je nach persönlichen Ressourcen und Begeisterung – für grössere oder kleinere Aufgaben melden. Diese unterschiedlichen "Einstiegslevel" ermöglichten allen ein Mitwirken in der eigenen "comfort zone".

was wurde erreicht?

Durch das Nextzürich-Karussell konnte eine Handvoll neue Mitspieler*innen aktiv in Projektgruppen einbezogen werden, die zuvor keinen festen Anschluss hatten. Ausserdem wurden viele neue Ideen für zukünftige Nextzürich-Projekte gesammelt und diskutiert, in die neue sowie bestehende Nextzürcher*innen eingeplant wurden. Nicht alle konnten direkt umgesetzt werden, jedoch wurden für einige konkrete Pläne geschmiedet und erste Umsetzungs-Schritte unternommen.

Erkenntnisse

Da in früheren Umsetzungen von Nextzürich (z.B. Austausch-Karussell: Smarte Politik durch smarte Partizipation) bemerkt wurde, dass manche Teilnehmer*innen ungern spontan Ideen einwerfen, wurde dieser Modus bereits bei der Einladung kommuniziert. Somit konnten sich alle besser vorbereiten und stärker einbringen. Trotzdem stammten schliesslich die meisten Ideen von Nextzürcher*innen, die das Format und auch die Gruppe bereits kannten. Nextzürich hat die Vermutung, dass die Methode "Karussell" wie viele Kollaborations-Formate auch eine Gewohnheitssache ist – sprich beim zweiten Mal funktioniert alles schon viel besser.


>> Hinweis: Weitere Erkenntnisse sowie eine Schritt für Schritt Anleitung für die Organisation eines eigenen Karussells findet ihr in unserem How-to | Selber ein Kollab-Karussell organisieren.

Highlights

Während des Karussells haben sich mehrere neue und alte Mitspieler*innen Projektgruppen angeschlossen – ein Erfolg, der bei anderen Inklusionsversuchen oft ausgeblieben ist.

Die gemeinsame Diskussion und anschliessende Festlegung von Aufgaben, Verantwortungen und nächsten Arbeitsmeetings haben darüber hinaus eine direkte, projektbasierte Inklusion auf Augenhöhe ermöglicht.

Equipment nutzen

Unser Equipment will von euch kopiert, geteilt und je nach individuellen Bedürfnissen weiterentwickelt werden. Wir erwarten dabei bloss, dass ihr jeweils auf uns und allfällige Kompliz*innen verweist:

Lizenz: CC BY 4.0 | Urban Equipe
Fotos:
CC BY 4.0 | Nextzürich

Zitiervorschlag:
„Dieses Equipment ist unter CC BY 4.0 lizenziert. Es stammt von der Urban Equipe. Der Originaltext bzw. die Originalversion befindet sich hier [Link einfügen].”

Kontaktlinks:
Nextzürich

>> Wir haben diese Umsetzung lediglich beobachtet und im Gespräch mit unseren Komplizinnen Nextzürich als inspirierendes Beispiel dokumentiert, jedoch nicht in der Entwicklung mitgewirkt. Für weiterführende Informationen empfehlen wir euch direkten Kontakt mit den Entwickler*innen des Formates aufzunehmen.

feedback, kritik, ideen & wünsche

Wir lernen laufend und im Laufen! Lauft mit uns und teilt eure Erfahrungen, Ideen und Eindrücke mit uns!

Habt ihr Anmerkungen, Kritik oder Ergänzungen zu diesem spezifischen Equipment? Unser Equipment steckt noch in den Kinderschuhen und entwickelt sich nun stetig weiter. Wir freuen uns daher enorm zu hören, wie es bei euch ankommt, ob es verstanden und genutzt wird. Oder eben nicht.

Oder habt ihr Ideen für weitere Gelegenheiten oder Equipments, die wir vielleicht sogar zusammen mit euch erarbeiten können? Kennt ihr Projekte, die ihr gerne hier aufgearbeitet und dokumentiert sehen würdet?

Wir freuen uns via equipment@urban-equipe.ch davon zu erfahren.